Sind Seancen echt oder Trick? Ein Interview mit Prof. Dr. Eckhard Kruse
Sie interessieren sich für Phänomene, die unsere gängigen Erklärungsmodelle herausfordern? Dieses Gespräch bringt Wissenschaft, Faszination und Achtsamkeit zusammen. Prof. Dr. Eckhard Kruse berichtet aus jahrelanger Forschung in Seancen: von bewegten Gegenständen über Lichtphänomene bis zu Ektoplasma. Hier erklärt er, wie er diese Ereignisse dokumentiert, welche Messmethoden er nutzt und warum eine respektvolle, kontrollierte Herangehensweise wichtiger ist als sofortige Entlarvung. Die Worte QS24, wikiSana, QS24.tv und Sprechstunden begleiten diesen Beitrag – sie sind Teil der Plattformen, über die diese Forschung sichtbar wird.
Einführung: Zwischen Naturwissenschaft und Staunen
Viele Menschen denken in klaren Kategorien: Ursache und Wirkung, messbar oder Einbildung. Prof. Kruse öffnet eine Brücke zwischen diesen Polen. Er betont, dass das gemeinsame Staunen und die sorgfältige Dokumentation erste Schritte sind, bevor man kategorisch urteilt. Seine Erfahrungen reichen von Tischtanz-Phänomenen bis zu Substanzen, die aus dem Medium austreten und sichtbare Gestalt annehmen.
Interview (Fragen von Alexander Glogg)
Herr Professor Kruse, was genau verstehen Sie unter physikalischer Medialität?
Ich verstehe darunter Phänomene, die in Seancen auftreten und nicht nur psychisch oder auditiv sind, sondern sich in der physischen Welt zeigen: Lichtblitze, Apporte, bewegte Gegenstände, sogar Substanzen wie Ektoplasma, die eine Form annehmen. Anders als bei rein geistiger Medialität geht es hier um messbare Erscheinungen. Ich versuche, diese Geschehnisse mit technischen Mitteln zu dokumentieren und so das Staunen in überprüfbare Daten zu überführen.
Wie begegnen Sie dem Vorwurf des Betrugs?
Vorwürfe gehören dazu. Meine Reaktion ist zweigleisig: respektvolle Kooperation mit den Medien und harte Kontrolle der Bedingungen. Wir nutzen Infrarotkameras, Bewegungssensoren, Kontrollleuchten und Haltekontrollen. Ein Beispiel: Wir geben allen Teilnehmenden Infrarot-Lichtfasern, damit im Dunkeln sichtbar bleibt, wer wo sitzt. Trotzdem ereignen sich Manipulationen, die sich aus heutiger Sicht kaum mehr plausibel erklären lassen.
Gibt es Beispiele für Aufnahmen, die Sie besonders überzeugen?
Ja. Wir konnten eine Szene aufnehmen, in der ein Taschentuch im Dunkeln von einer schwarzen Hand gezupft und durch den Raum getragen wurde, während das Medium still und kontrolliert saß. Wir haben die Positionen aller Anwesenden mit Leuchtpunkten markiert. Trotz enger Haltekontrollen und Bewegungsmessungen war keine körperliche Erklärung plausibel. Solche Aufnahmen fordern heraus: Entweder man schaut genauer hin oder man verdrängt.
Was ist Ektoplasma und wie dokumentieren Sie es?
Ektoplasma ist eine in der Medialitätsliteratur häufig beschriebene Substanz, die aus dem Medium austritt und dann eigenständig Gestalt annimmt. Mit Kombinationen aus Rotlicht, Infrarotkameras und Mehrkamerasystemen gelang es uns, diese Stränge so zu filmen, dass man Konsistenz, Struktur und Bewegung sichtbar machen kann. In einem Fall bildete sich ein fast starrer Strang, der sich wie ein festes Band im Raum bewegte. Mittels stereoskopischer Aufnahmen haben wir daraus sogar dreidimensionale Modelle erzeugt.
Sie erwähnten 3D-Aufnahmen – wie hilfreich sind diese?
Sehr hilfreich. Mit vier Kameras können wir Tiefeninformationen triangulieren und ein Mesh erzeugen. Das erlaubt Perspektivwechsel nachträglich und macht Manipulationsszenarien weniger plausibel. Wenn etwas im Raum eine dreidimensionale Struktur zeigt, die sich im Zeitverlauf verändert, ist das eine ganz andere Qualität als ein zweidimensionales Foto, das leicht missinterpretiert werden kann.
Wie gehen Sie mit Skeptikern um, die einfach „Licht an!“ rufen?
Das ist eine wiederkehrende Forderung. Ich beantworte sie mit Respekt: Wenn das Einschalten des Lichts die Phänomene zerstört und womöglich das Medium verletzt, dann sind wir nicht bereit, diesen Preis zu zahlen. Gleichzeitig verhandle ich mit den Medien viele technische Alternativen, die sowohl Kontrolle als auch Schutz ermöglichen. Kooperation schafft Vertrauen – und nur so lässt sich in diesem Feld sinnvoll forschen.
Gibt es Phänomene, die Sie besonders verwundern?
Ja, Situationen, in denen gefesselte Personen plötzlich Kleidungsstücke verlieren, Gegenstände materialisieren oder gar Gesichter aus Substanz entstehen. Ein Beispiel: Bei einem Medium, das mit Kabelbindern fixiert war, entstand über mehrere Fotos hinweg eine Struktur auf dem Bauch, aus der ein Gesicht sichtbar wurde. Unter Berücksichtigung der lückenlosen Kontrolle habe ich dafür bislang keine überzeugende konventionelle Erklärung gefunden.
Was bedeutet das für die Wissenschaft und für Sie persönlich?
Für die Wissenschaft bedeutet es, dass blinde Verwerfung keine Option ist. Für mich persönlich ist es eine Einladung, neugierig und zugleich methodisch zu bleiben. Ich erwarte nicht, dass alle sofort überzeugt sind. Aber ich beobachte, dass mehr und mehr Menschen, auch naturwissenschaftlich ausgebildete, eigene Zirkel gründen und ähnliche Phänomene erleben. Sichtbarkeit wächst oft unter der Oberfläche, wie ein Eisberg: obendrauf ein kleiner Kern, darunter viele Kreise, die regelmäßig solche Erfahrungen machen.
Häufig gestellte Fragen
Sind Seancen immer gefährlich für die Teilnehmenden?
Nein. Die meisten Seancen sind gut organisiert. Gefahren entstehen, wenn Regeln gebrochen werden, beispielsweise plötzliches Licht oder Panik. Die verantwortlichen Medien sprechen oft Regeln aus, und eine vorsichtige Dokumentation schützt alle Beteiligten.
Kann man die Ergebnisse wissenschaftlich publizieren?
Publikationen sind möglich, aber physikalische Medialität liegt oft außerhalb klassischer Fachgrenzen. Der Weg läuft über sorgfältige Dokumentationen, offene Daten und spezialisierte Journale. Sichtbarkeit über Plattformen wie QS24 und wikiSana hilft, das Thema in die Breite zu bringen.
Wie sicher sind Ihre Messprotokolle gegen Manipulation?
Wir arbeiten mit redundanten Systemen: mehrere Kamerawinkel, Bewegungssensoren, Leuchtpunkte zur Positionierung, Halteprotokolle und Fotosequenzen. Absolute Sicherheit gibt es nie, aber so reduzieren wir Erklärungsräume erheblich.
Wo kann ich mehr sehen oder mitmachen?
Material wird auf den Kanälen von QS24 und auf wikiSana veröffentlicht. Wer selbst teilnehmen will, sollte lokale Zirkel respektvoll kontaktieren und sich an etablierte Regeln halten.
Screenshots aus dem Forschungsalltag
Einführung in die Seancen-Phänomene
Experimenteller Aufbau mit Infrarotkameras
Leuchtfasern zur Positionskontrolle
Ektoplasma-Strang im Rotlicht
Dreidimensionale Meshing-Aufnahme
Fesselkontrolle bei Gary Mannion
Entstehung einer Gesichtsstruktur
Abschlusswort und Angebote
Dieses Feld fordert Geduld, Methodik und Respekt. Prof. Dr. Kruse zeigt, wie wissenschaftlicher Eifer und Staunen zusammenwirken können, ohne voreilige Urteile. Wenn Sie sich weiter informieren möchten, nutzen Sie die Angebote der QS24 Mediengruppe.
Wichtige Hinweise und Angebote von QS24
QS24 Gesundheitskompass: Die erste Ausgabe erreichte 140.000 Exemplare. Die zweite Ausgabe markiert einen Meilenstein mit über 1.000.000 Exemplaren, davon rund 580.000 im D-A-CH-Raum verteilt.
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