Veröffentlicht 02/02/2026 in Wissenschafts-Gremium von Alexander Glogg

Interview with Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner, Diabetologe und Chemiker — qs24, wikisana, qs24.tv, sprechstunden


Interview with Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner, Diabetologe und Chemiker — qs24, wikisana, qs24.tv, sprechstunden

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sie fragen sich, ob Süßes und stabile Blutzuckerwerte zusammenpassen? In diesem Interview erklärt Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner, wie moderne Zuckerersatzstoffe wie Stevia, Erythrit oder Allulose den Alltag von Menschen mit Diabetes erleichtern können. Die folgenden Antworten sind praxisnah, evidenzbasiert und motivierend. Der Fokus liegt auf Sicherheit, Verträglichkeit und konkreten Alltagstipps.

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Gesprächsverlauf (Interview)

Fabian Glogg: Was sind Zuckerersatzstoffe und wie funktionieren sie?

Prof. Pfützner erklärt, dass Zuckerersatzstoffe chemisch entweder andere Kohlenhydrate oder häufig Zuckeralkohole sind. Sie aktivieren die Geschmacksknospen, vermitteln Süße, ohne die schnelle Glukosebelastung zu erzeugen, die nach einer normalen Zuckeraufnahme typisch ist. Für Menschen mit Diabetes bedeutet das: weniger akute Blutzuckerspitzen und damit weniger Gefährdung der Gefäßstrukturen.

Fabian Glogg: Welche Vorteile bieten sie konkret für Menschen mit Diabetes?

Weniger schnell resorbierbarer Zucker reduziert postprandiale Blutzuckerspitzen. Das ist besonders wichtig für Menschen mit Typ‑1‑Diabetes, die Insulin exakt auf die Zuckermenge abstimmen müssen. Außerdem liefern viele Ersatzstoffe deutlich weniger Kalorien, was Gewichtskontrolle unterstützen kann. Insgesamt lassen sich so Mahlzeiten mit flacheren Blutzuckerverläufen erreichen.

Fabian Glogg: Gibt es belastbare Studien zu Stevia, Erythrit und Allulose?

Prof. Pfützner nennt Stevia und Erythrit als Favoriten mit Studien, die geringere Blutzuckerspitzen nachweisen. Allulose zeigt in einigen Untersuchungen sogar Effekte auf den Langzeitwert HbA1c. Er betont jedoch, dass die wissenschaftliche Datenlage noch nicht in allen Fragen abschließend ist. Entscheidend bleibt die individuelle Reaktion.

Fabian Glogg: Welche Süßstoffe würden Sie empfehlen — und welche nicht?

Er empfiehlt eine Ampelstrategie:

  • Grün (empfohlen): Erythrit, Stevia, Monk Fruit, Allulose.
  • Vorsicht: Sucralose, Acesulfam, Aspartam — in Maßen, Dosis macht die Musik.
  • Meiden: Maltit (Malzzucker) — glykämisch aktiv wie Zucker.

Die Allulose punktet beim Backen durch karamellisierende Eigenschaften, Erythrit und Stevia eignen sich gut für Kaffee, Joghurt oder Quark.

Fabian Glogg: Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Ja. Häufige Probleme sind gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen — besonders bei Sorbit, Isomalt und Xylit. Einige Süßstoffe können das Mikrobiom beeinflussen. Es gibt zudem Hinweise, dass Erythrit in hohen Mengen kardio‑vaskuläre Risiken begünstigen könnte, insbesondere bei Menschen mit bereits erhöhtem Risiko. Deshalb ist die Beachtung der Acceptable Daily Intake (ADI) wichtig.

Fabian Glogg: Wie testen Sie persönlich, ob ein Süßstoff für Sie passt?

Prof. Pfützner empfiehlt eine standardisierte Testmahlzeit, idealerweise morgens (z. B. Porridge mit Kaffee). Eine Woche normaler Zucker, die nächste Woche Ersatzstoff zur selben Zeit und in gleicher Menge. Mit einem CGM oder regelmäßigen Blutzuckermessungen sehen Sie schnell, wie Ihr Körper reagiert. Hören Sie auf Ihre Körperreaktionen: Geschmack, Hungergefühl und Verdauung sind wichtige Indikatoren.

Fabian Glogg: Welche Süßstoffe stören CGM‑Sensoren?

Ein wichtiger Praxishinweis: Einige Kontinuierliche Glukose‑Sensoren (CGM) zeigen Interferenzen. Maltose kann beispielsweise als Glukose angezeigt werden. Das kann zu falschen Entscheidungsgrundlagen führen. Vertrauen Sie den Messdaten, aber prüfen Sie bei ungewöhnlichen Werten per Blutstropfen nach, oder berücksichtigen Sie mögliche Störfaktoren.

Fabian Glogg: Gibt es konkrete Dosisangaben zur Orientierung?

Als Richtwerte nennt Prof. Pfützner:

  • Stevia: ADI-Bezug Beispielrechnung für eine 70‑kg‑Person = ca. 280 mg/Tag (in Bezug auf den Süßstoffgehalt).
  • Erythrit: etwa 0,6 g pro kg Einzeldosis meist gut verträglich.
  • Allulose: vorsichtig einsteigen und steigern.

Beginnen Sie niedrig und steigern Sie langsam, damit sich Darm und Mikrobiom anpassen. Kinder und Menschen mit Reizdarmsyndrom sollten besonders vorsichtig sein.

Fabian Glogg: Was ist Ihr wichtigster praktischer Rat?

Vermeiden Sie dogmatische Regeln. Reduzieren Sie die Gesamtzuckermenge, mischen Sie bei Bedarf Zucker mit Ersatzstoffen, und nutzen Sie eigene Daten, um Entscheidungen zu treffen. Ein Drittel weniger Zucker pro Tag ist bereits ein großer Erfolg. Testen Sie konsequent und verwenden Sie Ersatzstoffe, die Geschmack und Verträglichkeit vereinen.

Kernaussagen

  • Ersatzsüße kann postprandiale Blutzuckerspitzen deutlich abflachen.
  • Stevia, Erythrit, Monk Fruit und Allulose sind derzeit die praktikabelsten Optionen.
  • Verträglichkeit ist individuell. Starten Sie niedrig, testen Sie standardisiert und hören Sie auf Ihren Körper.
  • Achten Sie auf CGM‑Interferenzen und die ADI‑Angaben.

Praktische Anwendung: Wann welchen Ersatzstoff einsetzen?

Kaffee, Joghurt, Quark: Stevia, Erythrit. Backen, Bräunung: Allulose plus etwas Glukose für die Farbe. Sirupe, Limonaden: Stevia (vor allem in Kombination mit Zitrone) für die Geschmacksbildung.

FAQ

Sind Zuckerersatzstoffe völlig sicher für Menschen mit Diabetes?

Sie sind in vielen Fällen sicher und können helfen, Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Die Sicherheit hängt von der Menge, der Wahl des Süßstoffs und der individuellen Verträglichkeit ab. Beobachten Sie Ihre Messwerte und beginnen Sie langsam.

Welcher Süßstoff ist am besten für das Backen?

Allulose ist besonders geeignet, weil sie karamellisiert und bräunt. Kombinieren Sie Allulose mit Erythrit für beste Ergebnisse.

Kann Ersatzsüße das Mikrobiom schädigen?

Einige Süßstoffe können das Mikrobiom beeinflussen. Das zeigt sich individuell. Langsame Einführung und Beobachtung der Verträglichkeit reduzieren Risiken.

Wie vermeide ich Messfehler mit meinem CGM?

Informieren Sie sich, welche Substanzen Interferenzen verursachen können (z. B. Maltose). Prüfen Sie ungewöhnliche Werte zusätzlich mit einer Blutmessung und dokumentieren Sie mögliche Störfaktoren.

Abschließende Gedanken

Die Balance zwischen Genuss und metabolischer Gesundheit ist erreichbar. Ersatzsüße ist kein Allheilmittel, aber ein wertvolles Werkzeug, wenn Sie es bewusst einsetzen. Testen Sie, messen Sie und passen Sie an. So bauen Sie eine Brücke zwischen dem Wunsch nach Genuss und der Verantwortung für Ihren Stoffwechsel.

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Danke & Herzliche Signatur

Danke für Ihr Interesse und das Vertrauen in fundierte Gesundheitsinformationen. Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie achtsam mit Ihren Messwerten und sorgen Sie gut für sich.

Herzlichst,

Fabian Glogg


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