Inhaltsverzeichnis
- Ein Gespräch über Herkunft, Forschung und die Brücke zwischen Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin
- Vom Labor zum eigenen Unternehmen
- Vision: einfache, personalisierte Diagnostik und Magistralrezepturen
- Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin: Wie erreicht man Ärztinnen und Ärzte?
- Was Sie als Patient und als Kollegin oder Kollege tun können
- FAQ
- QS24, wikiSana und Ihre Möglichkeiten zur Vertiefung
- So bleiben Sie informiert
Ein Gespräch über Herkunft, Forschung und die Brücke zwischen Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin
QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden — diese Begriffe stehen für Plattformen, die Wissenschaft und Praxis verbinden. In diesem Interview erklärt Prof. Dr. Burkhard Schütz, wie aus einfachen Stuhlausstreichungen ein Labornetzwerk mit Hunderten Mitarbeitenden wurde, welche Visionen er für personalisierte Therapien hat und warum die Brücke Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin heute wichtiger ist denn je.
Marc: Sie haben als Junge vom Hof geträumt, Chirurg zu werden. Wie kam es dazu, dass Sie stattdessen im Labor landeten?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Ein Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma veränderte meine Sprache und damit meinen Weg. Die praktische Medizin, die viel Sprechen und Präsentieren verlangte, wurde plötzlich zur Herausforderung. Im Labor dagegen konnte ich mit den Händen arbeiten, experimentieren und dennoch Menschen helfen. Aus dieser Not entstand eine Passion für Mikrobiologie, Sequenzierung und später die Darmdiagnostik.

Vom Labor zum eigenen Unternehmen
Marc: Wann haben Sie entschieden, ein eigenes Labor zu gründen?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Nach jahrelanger Aufbauarbeit in verschiedenen Instituten reifte über sieben Jahre die Vision für ein Labor, das weit mehr kann als Stuhlanalysen. Als mein damaliger Chef mein Konzept ablehnte, setzte ich alles auf eine Karte. Am 1. Mai 2004 startete Biovis. Der Anfang war hart: kaum Proben, finanzielle Verluste, rechtliche Angriffe. Doch schon bald ermöglichte die Unabhängigkeit, eigene Parameter zu wählen und die Forschung voranzutreiben.

Marc: Wie wuchs daraus die heutige Forschungskraft?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Indem wir evidenzbasierte Studien machten. Wir zeigten, wie gezielte Mikrobiomtherapien die Gesundheit verändern können. Daraus entstand Akzeptanz und Nachfrage: nicht nur Stuhl, sondern Speichel, Blut, Kapillarbluttests — inzwischen arbeiten bei uns über 360 Menschen und wir bieten hunderte Parameter an.

Vision: einfache, personalisierte Diagnostik und Magistralrezepturen
Marc: Sie sprechen von Kapillarbluttests mit 75 Werten und von Magistralrezepturen. Wie sieht Ihre Vision konkret aus?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Meine Vision ist eine niedrigschwellige Diagnostik — Kapillarblut, Urin, Stuhl — die stabil und einfach zu transportieren ist. Aus Befund plus Anamnese ergibt sich dann eine präzise, personalisierte Therapieempfehlung: welches Probiotikum, welches Präbiotikum, welche Nährstoffe in welcher Dosierung. Wenn Regularien enger werden, wird die Magistralrezeptur zur entscheidenden Lösung. Patientenspezifische Kombinationen statt generischer Pauschalprodukte sind das Ziel.

Marc: Warum sind viele Produkte heute nicht optimal?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Weil Inhaltsstoffe, Dosierung und Bioverfügbarkeit oft nicht zur Fragestellung passen. Ein Beispiel: Viele Migränepräparate enthalten Magnesiumoxid, das kaum resorbiert wird. Ohne genaue Inhalts- und Dosierungsanalyse bleiben Effekte aus. Wir haben hunderte Probiotikastämme und Präparate analysiert, Studien gesichtet und daraus Leitlinien abgeleitet, damit Ärztinnen und Ärzte wissen: Wenn ich das gebe, dann wirkt es auch.
Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin: Wie erreicht man Ärztinnen und Ärzte?
Marc: Die Diagnostik ist heute oft weiter als die Ausbildung an Universitäten. Wie bringen Sie dieses Wissen in die Praxis?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Durch Ausbildung und einfache Konzepte. Wir führen jährlich rund 60 Präsenzveranstaltungen und 30 Online-Seminare durch und erreichen damit etwa 12.000 Teilnehmende. Zusätzlich betreiben wir Bildung über Social-Media‑Formate und wikiSana. Ziel ist, die Einstiegshürde zu senken: fertige Diagnostikpfade und erprobte Therapiekonzepte, die auch in einer Praxis mit zehn Minuten Sprechzeit umsetzbar sind.

Marc: Wie reagieren traditionelle Laborärzte auf diese Entwicklung?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Anfangs skeptisch. Laborärzte haben strikte Vorgaben und wenig Patientenkontakt. Aber mit der Zeit, durch Präsentationen und gemeinsame Studien, ändert sich die Haltung. Immer mehr Institute verstehen: Mikrobiomdiagnostik liefert relevante Informationen für chronisch Kranke, Hauterkrankungen oder Stoffwechselstörungen.
Was Sie als Patient und als Kollegin oder Kollege tun können
Marc: Was ist Ihr Appell an die Zuschauerinnen und Zuschauer, an Ärztinnen und Ärzte?
Prof. Dr. Burkhard Schütz: Nutzen Sie die Chance, informieren Sie sich. Für Ärztinnen und Ärzte: Offen bleiben, Fortbildung suchen und einfache, evidenzbasierte Konzepte einsetzen. Für Patientinnen und Patienten: Fragen Sie nach erweiterten Diagnostiken, bestehen Sie auf Ursachenforschung statt nur Symptombehandlung. Wir arbeiten daran, diese Angebote erschwinglich und praktisch zu gestalten.

FAQ
Was ist der Nutzen einer Stuhlanalyse für chronische Erkrankungen?
Eine Stuhlanalyse gibt Aufschluss über Entzündungsmarker, Zusammensetzung des Mikrobioms und Stoffwechselprodukte. Das hilft, Ursachen zu finden und gezielte Therapien zu planen, etwa bei Neurodermitis, Reizdarmsyndrom oder Stoffwechselstörungen.
Kann ein Arzt mit zehn Minuten Sprechzeit solche Konzepte anwenden?
Ja. Durch standardisierte Befundberichte mit klaren Therapieempfehlungen und gegebenenfalls magistralen Rezepturen kann die Umsetzung in der Praxis schneller und effektiver erfolgen.
Sind Probiotika immer sinnvoll?
Nicht pauschal. Probiotika sind wirkungsvoll, wenn der Stamm zur Fragestellung passt und die Dosierung angemessen ist. Mehr ist nicht automatisch besser. Eine zielgerichtete Auswahl ist entscheidend.
QS24, wikiSana und Ihre Möglichkeiten zur Vertiefung
QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden — als Plattform bietet die QS24 Mediengruppe umfangreiche Möglichkeiten, sich zu informieren und weiterzubilden. Die QS24 Academy (https://my.qs24.academy) bietet zertifizierte Kurse mit Experten. Die Online-Ausgabe des Gesundheitskompasses finden Sie unter https://qs24.run/online. Installieren Sie auch die QS24 APP: https://www.qs24.tv/qs24-app/. Informationen zu interaktiven QS24 Sprechstunden finden Sie hier: https://qs24.run/sprechstunden.
Wichtige Fakten der QS24 Mediengruppe
- Erste Ausgabe des QS24 Gesundheitskompasses: Auflage 140.000 Exemplare.
- Zweite Ausgabe: über 1.000.000 Exemplare, davon rund 580.000 im D‑A‑CH‑Raum verteilt.
- Tagesreichweite: Bis zu 600.000 Zuschauer pro Tag über alle Kanäle.
- Über 400.000 YouTube-Abonnenten und mehr als 419.900 Stunden gestreamte Inhalte pro Monat.
- Über 6.500 Videos und monatlich rund 120 neue Interviews und Formate.
- Über 700 Ärzte und Wissenschaftler im Expertennetzwerk.
- wikiSana: größte Streaming-Datenbank für ganzheitliche Medizin mit KI-gestützten Suchmöglichkeiten.
So bleiben Sie informiert
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Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Zeit und Ihr Interesse an dieser Brücke zwischen Forschung und Praxis. Wenn Sie einen konkreten Schritt wagen wollen: Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach erweiterten Diagnostiken und nach evidenzbasierten Therapieempfehlungen. Gemeinsam können wir Medizin einfacher, persönlicher und wirksamer gestalten.
Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen,
Ihr QS24 Team

