Dieses Interview beleuchtet die Wirkweisen von Pornografie auf Heranwachsende und Erwachsene. Sie erhalten klare, praxisnahe Antworten zur Unterscheidung von Fantasie und Alltag, zur Medienkompetenz, zu Prävention und zu den Aufgaben von Bildungseinrichtungen. Das Thema steht auch im Kontext von QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden und der Verantwortung, die Gesellschaft und Institutionen tragen.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung: Warum dieses Thema wichtig ist
- Interview (Fragen von Alexander Glogg)
- Konkrete Empfehlungen
- FAQ
- Abschlussgedanken — Brücke zwischen Ursachen und Wirkungen
- Weiterführende Angebote von QS24
- Warum das alles wichtig ist
- Empfohlene Ressourcen
Einführung: Warum dieses Thema wichtig ist
Pornografie ist kein neues Phänomen, aber die Verfügbarkeit hat sich radikal verändert. Mag. Wolfgang Kostenwein erläutert, warum es nicht darum geht, Pornografie pauschal zu verteufeln, sondern darum, Jugendliche und Erwachsene in Medienkompetenz und Selbstwahrnehmung zu stärken.
Interview (Fragen von Alexander Glogg)
Herr Kostenwein, Pornografie wirkt oft wie Realität. Wie unterscheiden Jugendliche Fantasie von Wirklichkeit?
Pornografie ist inszenierte Fantasie. Das Ziel ist nicht, reale Beziehungen oder Alltag abzubilden, sondern die Lustsysteme der Rezipientinnen und Rezipienten punktgenau zu bedienen. Entscheidend ist, dass Jugendlichen vermittelt wird: Das sind Märchen für Erwachsene, keine Dokumentationen. In der sexualpädagogischen Praxis geht es darum, diesen Zaubertrick zu entlarven und konkrete Beispiele zu geben, damit junge Menschen die Produktionstechniken und die Fiktion hinter den Bildern erkennen.

Wie gehen Sie konkret vor, wenn Jugendliche irritiert sind?
Wir arbeiten in Workshops mit Medienkompetenz: Wir erklären, wie Szenen konstruiert werden, nennen handfeste Beispiele und zeigen, warum bestimmte Darstellungen technisch manipuliert sind. Ein eindrückliches Beispiel ist jener Clip, in dem es so wirkt, als stecke ein Mann den Kopf komplett zwischen die Oberschenkel einer Frau. In Wahrheit ist das oft ein trickreicher Aufbau mit Puppe und Kameraeinstellungen. Wenn Jugendliche solche Tricks kennen, verlieren die Bilder ihre unmittelbare Glaubwürdigkeit.

Wer trägt die Verantwortung? Eltern, Schulen, Politik?
Verantwortung liegt auf mehreren Schultern. Eltern sind wichtig, aber nicht allein zuständig. Schulen und die Ausbildungssysteme müssen sexualpädagogische Standards etablieren. Am wirkungsvollsten wäre ein flächendeckendes Angebot an ausgebildeten Sexualpädagoginnen und -pädagogen, die neutral und kompetent begleiten. Aktuell fehlt oft der politische Wille und die finanzielle Ausstattung, solche Angebote nachhaltig zu finanzieren.
Ist der große Pornokonsum ein Zeichen von Beziehungsproblemen?
Nicht zwingend. Pornografie funktioniert wie ein bestsortierter Supermarkt für Fantasien: alles erreichbar, niederschwellig, punktgenau. Dass viele Menschen konsumieren, sagt erst einmal mehr über das Angebot und die Nachfrage als über die Qualität einzelner Beziehungen. Problematisch wird es, wenn Menschen ihre innere Spürfähigkeit verlieren und nur noch auf externe Reize angewiesen sind, um Lust zu empfinden.
Kann Pornografie Beziehungskompetenz beschädigen?
Ja, wenn sie als alleinige Lernquelle fungiert. Wer gut mit sich verbunden ist, nutzt Medien als Fantasiequelle ohne sie eins zu eins zu übertragen. Wer aber kaum Zugang zu eigenen Gefühlen hat, orientiert sich stärker an äußeren Bildern. Dann verkümmert die Fähigkeit, Lust und Nähe eigenständig zu erzeugen, und das kann Partnerschaften belasten.
Welche Risiken bringen neue Medienformen mit sich (Sexting, anonyme Chats)?
Technische Optionen, sexualisierte Bilder zu senden, sind allgegenwärtig. Jugendliche tun das oft naiv und unterschätzen die Folgen: Bilder können zum Druckmittel, zur Rache oder ins öffentliche Netz gestellt werden. Deshalb braucht es Aufklärung, klare Regeln und eine Begleitung, die mögliche juristische und psychische Folgen thematisiert.

Konkrete Empfehlungen
- Medienkompetenz lehren: Nicht nur Technik, sondern auch die Fähigkeit, Fantasie und Realität zu trennen.
- Spürfähigkeit fördern: Jugendliche sollen lernen, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen.
- Sexualpädagogik finanzieren: Flächendeckende Workshops an Schulen und in Gemeinden sind notwendig.
- Risikoaufklärung: Umgang mit Sexting, Privatsphäre und rechtlichen Konsequenzen muss Teil der Bildung sein.
FAQ
Ist Pornografie per se schädlich?
Pornografie ist zunächst ein Ausdruck menschlicher Fantasie. Sie ist nicht per se schädlich, kann aber schaden, wenn sie zur einzigen Informationsquelle wird oder wenn Menschen die Fähigkeit verlieren, aus sich selbst Lust zu generieren. Ziel ist: kompetenter Umgang, nicht pauschale Verbote.
Wie können Eltern sinnvoll reagieren?
Offen und ohne Scham sprechen. Nicht mit moralischen Vorwürfen, sondern mit konkreter Aufklärung und Hinweisen auf Medienmechaniken. Wo nötig, professionelle Sexualpädagoginnen und -pädagogen in Anspruch nehmen.
Welche Rolle spielen Schulen?
Schulen sollten verpflichtende, qualifizierte sexualpädagogische Angebote bereitstellen, die Medienkompetenz, Gefühlswahrnehmung und Risikoabschätzung verbinden.
Abschlussgedanken — Brücke zwischen Ursachen und Wirkungen
Die Debatte um Pornografie verlangt eine Brücke zwischen Ursachen und Wirkungen. Entweder man versucht, den Zugang zu kontrollieren, was technisch kaum realisierbar ist, oder man stärkt die Menschen in ihrer inneren Kompetenz. Prävention beginnt bei der wahrnehmenden Fähigkeit, der Selbstwahrnehmung und bei gut ausgebildeten Fachpersonen, die Jugendliche begleiten.

Weiterführende Angebote von QS24
Nutzen Sie die vielfältigen Angebote der QS24 Mediengruppe, um sich weiterzubilden und Unterstützung zu finden. Melden Sie sich für die QS24 Sprechstunden an: qs24.run/sprechstunden. Die QS24 Sprechstunden sind interaktive Experten-Events mit Live-Fragerunden und idealem Networking.
Die zweite Ausgabe unseres QS24 Gesundheitskompasses erscheint im Januar 2026 und markiert einen neuen Meilenstein in der ganzheitlichen Gesundheitskommunikation. Mit einer beeindruckenden Auflage von über 1.000.000 Exemplaren, davon rund 580.000 Stück, die direkt im D-A-CH-Raum verteilt werden, erreichen wir eine Leserschaft, die nach wertvollen Einblicken in Gesundheit, Prävention und Ganzheitsmedizin sucht. Die erste Ausgabe erreichte eine verteilte Auflage von 140.000 Exemplaren.
Besuchen Sie die QS24 Academy für zertifizierte Kurse: https://my.qs24.academy. Erkunden Sie den Gesundheitskompass online: https://qs24.run/online. Installieren Sie die QS24 APP: https://www.qs24.tv/qs24-app/. Melden Sie sich für den Newsletter an: https://www.qs24.tv/newsletter/.
Warum das alles wichtig ist
Eine informierte Gesellschaft schützt Kinder und Erwachsene besser. Wer medienkompetent ist und in sich spürt, bleibt autonom und frei im Umgang mit Lust und Nähe. Das ist die Brücke, die Schulmedizin und Ganzheitsmedizin verbinden kann — eine Brücke zu mehr Respekt, Verantwortung und emotionaler Reife.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse. Bleiben Sie neugierig, verantwortungsbewusst und liebevoll in der Begleitung junger Menschen.
Mit warmen Grüßen und in Dankbarkeit,
Alexander Glogg
QS24 – Ihre Mediengruppe für Gesundheit

