Veröffentlicht 22/01/2026 in News von Alexander Glogg

Neue Ansätze in der Onkologie


Neue Ansätze in der Onkologie

In diesem Gespräch erläutert Prof. Dr. Joachim Drevs seine Herangehensweise an individualisierte Immuntherapien, ergänzt durch pragmatische Nachsorgekonzepte. Die Themen reichen von persönlichen Patienten-Gesprächen über zellbasierte Vakzine bis zu überraschend wirksamen, aber wenig genutzten Mitteln wie Aspirin. Dieser Text verbindet medizinische Klarheit mit praktischen Empfehlungen und spricht direkt Sie als informierten Entscheider an. Für Informationen zur Community und zu weiterführenden Angeboten beachten Sie bitte die Hinweise zu QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden am Ende des Beitrags.

Inhaltsverzeichnis

Interview

Herr Drevs, wie beginnt Ihre Betreuung in einer akuten Situation wie bei Frau Meyer?

Zunächst nimmt Prof. Drevs sich Zeit. Er betont, dass Ruhe und Zeit für Patientinnen und Patienten nicht Luxus, sondern Grundlage jeder guten Therapie sind. Besonders bei einer Krebsdiagnose ist die erste Reaktion oft Panik. Deshalb bietet er Videoschalten an, damit Menschen auch aus der Ferne ein ausführliches Gespräch erhalten. Das gibt Sicherheit und Orientierung, bevor Therapien geplant werden.

Welches Prinzip steckt hinter Ihrer individualisierten Immuntherapie?

Die Methode basiert auf der Idee: Krebszellen tragen die DNA ihres Wirts. Im Labor werden genau diese Tumorzellen aus einer Blutprobe isoliert, vermehrt und anschließend zerstört. Die zerstörten Zellfragmente werden als Stimulus unter die Haut verabreicht. Ziel ist nicht, ein Fremdprodukt zu liefern, sondern das eigene Immunsystem zu trainieren, verbliebene Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren. Die Spritzen sind Hilfsmittel; das eigentliche "Wunder" ist die körpereigene Abwehr.

Prof. Dr. Joachim Drevs zeigt mit offenen Händen eine erklärende Geste

Kann man den Erfolg einer solchen Therapie vorhersehen?

Vorhersagen sind schwierig. Es gibt Therapiesensitivitätstests, die Hinweise liefern können, welche Behandlung vermutlich wirksamer ist. Dennoch bleibt jedes Krankheitsbild individuell. Entscheidend ist, dass die Patientin oder der Patient umfassend aufgeklärt wird und aktiv in die Wahl des Weges einbezogen ist.

Welche Rolle spielt Eigenverantwortung in Ihrem Konzept?

Eine große Rolle. Patienten kennen ihren Körper oft besser als jeder, der sie nur punktuell untersucht. Wenn Sie gut informiert werden und verstehen, welche Optionen bestehen, können Sie bewusst entscheiden, welcher Weg zu Ihnen passt. Das stärkt Motivation, Compliance und letztlich Heilungschancen.

Sie sprechen auch über überraschende, evidenzbasierte Ansätze wie Aspirin. Was steckt dahinter?

Zahlreiche Studien seit den späten 1980er-Jahren deuten darauf hin, dass die regelmäßige Gabe von Aspirin das Risiko für bestimmte Krebsarten reduziert, ursprünglich vor allem Darmkrebs. Prof. Drevs erläutert, dass dieses Potenzial weitgehend unbeachtet bleibt, obwohl die Datenlage stark ist. In seiner Praxis wird Aspirin in veränderter Form und teilweise als Infusion eingesetzt, wenn das Ziel die aktive Tumorbekämpfung ist. Nach der erfolgreichen Therapie kann eine orale Fortführung zur Rezidivvorsorge erwogen werden.

Studioaufnahme eines interviewten Experten in Anzug und Krawatte, zeigt eine erklärende Handgeste während des Gesprächs; Sendungs-Banner sichtbar.

Was ist mit ergänzenden Therapien wie der sogenannten Delfintherapie?

Delfintherapie versteht Prof. Drevs als Teil der Rehabilitation und psychischen Stärkung, nicht als kurative Maßnahme. In einem sorgsam gestalteten Retreat, wie etwa auf Curaçao, kombiniert mit Psychologen und Physiotherapeuten, kann diese Form tiergestützter Therapie die Lebensqualität und dessen psychologische Verarbeitung nach einer Krebserkrankung deutlich verbessern. Für Kinder hat sein Team ein Cancer-Kids-Programm etabliert, das Familien in ihrer Rückkehr ins Leben unterstützt.

Zwei Gesprächspartner sitzen an einem Tisch im Studio und diskutieren Nachsorge und Rehabilitation

Wie adressieren Sie die Phase nach einer erfolgreichen Tumorbehandlung?

Die Frage lautet nicht nur "Ist der Tumor weg?", sondern "Wie gelingt die Rückkehr ins gesunde Leben?" Körperliche Spätfolgen, Ängste und das verlorene Vertrauen in den eigenen Körper sind zentrale Herausforderungen. Hier braucht es strukturierte Nachsorge: körperliche Rehabilitation, psychologische Begleitung und Programme, die wieder Lebensfreude und Alltagstauglichkeit herstellen.

In welchem Kontext sehen Sie die aktuellen Diskussionen um sogenannten Turbokrebs?

Der Begriff ist wissenschaftlich nicht definiert. Drei Faktoren sind aber wichtig: während der Covid-Pandemie kam es zu weniger Diagnostik und Behandlungen, was Sterblichkeit und Nachweisraten beeinflusste; Viruserkrankungen können das Krebsrisiko für bestimmte Tumoren erhöhen; drittens gibt es kontroverse Diskussionen über Zusammenhänge mit Impfungen, die bislang nicht wissenschaftlich belegt sind. Für jede Maßnahme gilt der Grundsatz: Nutzen und Risiko sorgfältig abwägen.

Zwei Gesprächspartner am runden Tisch in einem Studiointerview, Sender‑Einblendung sichtbar

Wie treffen Sie die Auswahl zwischen konventionellen und ergänzenden Optionen?

Prof. Drevs betrachtet alle verfügbaren Optionen als Brücke zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin. Er prüft systematisch konventionelle Standards, wissenschaftliche Evidenz und pragmatische Ergänzungen. Das Ziel ist ein individualisierter Plan, der zur Person und deren Erkrankung passt. Empathie, Zeit und Transparenz sind dabei die Schlüssel.

Wichtige Kernaussagen

  • Zeit und Empathie sind therapeutische Grundpfeiler.
  • Individualität der Tumorzellen erfordert maßgeschneiderte Ansätze.
  • Das Immunsystem ist der entscheidende Partner in vielen Therapien.
  • Erprobte, wenig genutzte Mittel wie Aspirin verdienen wissenschaftliche Beachtung.
  • Rehabilitation geht weit über rein physische Maßnahmen hinaus.

Häufig gestellte Fragen

Was genau bedeutet "individualisierte Immuntherapie"?

Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem Tumorzellen des jeweiligen Patienten im Labor isoliert, verändert und inaktiviert werden. Die zurückgegebenen Zellfragmente dienen als Stimulus, damit das Immunsystem lernend erkennt, wie lebende Tumorzellen aussehen und diese selbst bekämpft.

Ist diese Therapie für alle Krebsarten geeignet?

Nicht automatisch. Jede Krebserkrankung und jede Patientin ist individuell. Ob und wie die Therapie wirkt, hängt von Tumorbiologie, Allgemeinzustand und Vorbehandlungen ab. Therapiesensitivitätstests können Hinweise geben.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Die Behandlung mit inaktivierten Tumorzellfragmenten wird meist gut vertragen. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle oder kurzzeitige immunologische Reaktionen sind möglich. Begleitende Therapien wie Intensiv-Aspirin haben eigene Nebenwirkungsprofile, die vorab abgewogen werden müssen.

Wie kann Aspirin in der Krebsbehandlung helfen?

Studien zeigen, dass regelmäßige Aspirin-Einnahme das Risiko bestimmter Krebsarten senken kann. In spezialisierten Konzepten wird Aspirin modifiziert und teils als Infusion in die Therapie integriert. Solche Anwendungen sollten ärztlich begleitet und individuell abgewogen werden.

Was bringt eine Delfintherapie nach Krebs?

Hauptnutzen ist psychologisch und rehabilitativ: Verbesserung von Lebensqualität, Hoffnung und psychosozialer Stabilität. Als Teil eines strukturierten Retreat-Programms kann sie Familien und Kindern helfen, wieder in ein normales Leben zurückzufinden.

Weiterführende Angebote und Engagement

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Schlusswort

Ihre Gesundheit ist individuell. Die Brücke zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin entsteht durch Zeit, Transparenz und partnerschaftliche Entscheidungen. Wenn Sie Unterstützung wünschen, bieten die Angebote von QS24 praxisnahe Orientierung und vertiefende Weiterbildung. Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, diese Perspektiven zu lesen.

Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,

Ihr QS24-Team



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