Veröffentlicht 05/02/2026 in Sinn des Lebens von Alexander Glogg

Interview mit Krishna Premarupa Dasa, Mönch der Krishna-Bhakti-Tradition — Das Paradox des Glücks


Interview mit Krishna Premarupa Dasa, Mönch der Krishna-Bhakti-Tradition — Das Paradox des Glücks

Glück ist kein externes Ziel, sondern eine innere Qualität. In diesem Gespräch erklärt Krishna Premarupa Dasa, wie alte Weisheitstexte wie die Bhagavad Gita und moderne Einsichten zusammenführen, um einen praktischen Weg zu innerer Zufriedenheit zu zeigen. Die Verbindung von spiritueller Praxis und Alltagsverantwortung wird greifbar, und Sie erhalten konkrete Hinweise, wie Werteorientierung und Gewohnheiten das eigene Wohlbefinden nachhaltig verändern können. qs24, wikisana, qs24.tv, sprechstunden stehen dabei als Brücken zwischen wissenschaftlicher Information und ganzheitlicher Praxis.


Inhaltsverzeichnis

Einführung: Warum die Suche oft scheitert

Krishna Premarupa Dasa macht klar: Wer Glück nur als Antwort auf äußere Erfolge oder Besitz erwartet, verpasst das Wesentliche. Die Lehrtradition betont, dass wahres Glück von innen kommt. Das ist kein Appell zur Askese, sondern eine Einladung, die eigene Beziehung zur Welt bewusst zu gestalten.

Interview

Was verstehen Sie unter «Glück»?

Krishna Premarupa erklärt, dass Glück primär eine innere Qualität ist. Die Seele trägt Ananda, eine angeborene Glückseligkeit. Weil der Mensch im Körper und in der Dualität lebt, erlebt er Schwankungen zwischen Freude und Leid. Wahres, beständiges Glück entsteht durch innere Ausrichtung und nicht durch äußere Objekte.

Wie passt Hermann Hesse zu vedischer Weisheit?

Beide Perspektiven treffen sich: Hesse schreibt, dass wer dem Glück nachjagt, noch nicht reif ist, glücklich zu sein. Die Bhagavad Gita formuliert ähnlich — nur wer frei von andauernden Wünschen ist, findet Frieden. Das heißt nicht, dass Sie Wünsche verbieten sollen, sondern dass Sie lernen, nicht durch sie bestimmt zu werden.

Gibt es verschiedene Arten von Glück?

Ja. Krishna Premarupa unterscheidet drei Erscheinungsweisen: etwas, das anfangs bitter erscheint und später Nektar wird (investive Freude), etwas, das anfangs süß ist und später bitter wird (sinnliche Vergnügungen) und etwas, das von Anfang bis Ende leidvoll bleibt. Dieses Klassifizieren hilft, Entscheidungen bewusst zu treffen: Welches kurzfristige Vergnügen führt langfristig zu Schmerz, welches kurzfristig unbequemes Tun liefert später tiefere Lebensfreude?

Wie hilft Praxis im Alltag — morgens aufstehen, meditieren?

Die Disziplin, zum Beispiel früh aufzustehen oder Kälteduschen, gehört zu jener Kategorie, die zuerst ungewohnt ist, später aber bereichernd. Im Kloster beginnt der Tag sehr früh; die Morgenstunde bietet eine besondere Qualität für Praxis und Fokus. Solche Routinen sind Brücken zwischen Absicht und innerer Erfahrung.

Spiritualität bedeutet also nicht Verzicht um des Verzichts willen?

Richtig. Es geht nicht um eine moralische Herabsetzung der Welt, sondern um Bewusstsein in der Nutzung der Welt. Das vedische Konzept Yukta Vairagya beschreibt genau das: Nutzen Sie die Dinge in der Welt bewusst und zum Dienst an höheren Werten. Selbst ein iPad kann im Dienst der Spiritualität stehen — es kommt auf die Absicht an.

Was ist konkret mit Werten vs. Zielen gemeint?

Werte geben Richtung und dienen als Kompass. Ziele sind Punkte auf der Strecke; sie sind vergänglich. Wenn Sie Entscheidungen an Ihren Werten ausrichten — etwa Freiheit, Integrität, Mitgefühl — dann führt Ihr täglicher Weg zu innerer Ausrichtung und emotionaler Stabilität. Werte helfen, das Pendel zwischen Bedürftigkeit und Fülle zu beruhigen.

Wie soll man mit materiellen Dingen umgehen?

Das Ziel ist Losgelöstheit, nicht Besitzverzicht per se. Wenn Besitz das Selbstbild stützt oder das Ego nährt, entsteht Leiden. Wenn Materielles neutral bleibt — es macht emotional nichts mit Ihnen — dann ist das wahre Loslassen erreicht. Das ist Reife, kein Mangel.

Praktische Schritte für den Alltag

  • Werte definieren: Nennen Sie 2–3 Lebenswerte und prüfen Sie Angebote danach.
  • Investive Disziplin: Etwas Unangenehmes heute investieren (Fasten, Training, frühes Aufstehen), um langfristig höhere Lebensqualität zu gewinnen.
  • Bewusster Genuss: Gönnen Sie Freude in Maßen — wie Salz im Gericht: zu viel schadet, die richtige Menge bereichert.
  • Praxis mit Freude: Spirituelle Übung sollte nicht mechanisch sein. Verbinden bringt bereits Segen im Jetzt.

FAQ zur Anwendung

Wie beginne ich, weniger von äußeren Dingen abhängig zu sein?

Fangen Sie klein an: Beobachten Sie, welche Dinge kurzfristig gut tun und langfristig entleeren. Setzen Sie tägliche Mini-Rituale (Atmen, Stille, Dankbarkeit). Überprüfen Sie Entscheidungen anhand Ihrer drei wichtigsten Werte.

Ist Genuss grundsätzlich schlecht?

Nein. Genuss ist menschlich. Entscheidend ist Balance und Bewusstsein. Genuss, der das Leben bereichert und nicht aus Bedürftigkeit entsteht, ist gesund.

Wie verbindet sich das mit Schulmedizin und Ganzheitsmedizin?

Die Brücke besteht darin, Ursachen und Wirkungen zu sehen. Schulmedizin behandelt oft Symptome, Ganzheitsmedizin sucht die Ursachen. Werteorientierte Praxis unterstützt beides — sie stärkt Resilienz, Prävention und die innere Kraft, die Heilung fördert. So entsteht eine Synergie: Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin.

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Schlusswort

Glück ist weniger ein zu erreichendes Ziel als eine Art zu leben. Indem Sie Werte wählen, achtsam handeln und innere Praxis kultivieren, verwandeln sich flüchtige Freuden in nachhaltige Lebensqualität. Die Verbindung von innerer Ausrichtung und verantwortungsvollem Handeln ist eine Brücke: Ursachen ↔ Wirkungen, Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin.

Danke für Ihr Interesse. Möge Ihre Suche nach Sinn und Zufriedenheit von klarer Absicht und liebevoller Bestimmtheit begleitet sein.

Herzlichst und in Dankbarkeit,

QS24 — Ihre Mediengruppe für Gesundheit und ganzheitliche Information




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Alexander Glogg

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