Veröffentlicht 19/01/2026 in News von Alexander Glogg

Wie ein Enzym Atherosklerose reparieren kann – Interview mit Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner, Arzt und Chemiker


Wie ein Enzym Atherosklerose reparieren kann – Interview mit Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner, Arzt und Chemiker

Inhaltsverzeichnis

Einführung: Warum dieses Thema jetzt wichtig für Sie ist

Gefäßverkalkung bleibt eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Pfützner erklärt, wie ein altbekanntes Enzym, die Hyaluronidase, einen völlig neuen Blick auf Atherosklerose ermöglicht: nicht nur Stabilisierung durch Cholesterinsenkung, sondern aktive Reparatur der Gefäßoberfläche. In diesem Gespräch erfahren Sie, wie die Therapie funktioniert, für wen sie in Frage kommt, welche Chancen und Risiken bestehen und welche Rolle integrierte Medizin dabei spielt. Die Begriffe QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden begleiten diesen Beitrag als Hinweis auf vertiefende Angebote und Netzwerkressourcen.

Interview

Wie entsteht Atherosklerose — kurz und verständlich erklärt?

Prof. Pfützner: Unsere Arterien sind von innen mit einer hauchdünnen Schicht ausgekleidet, dem Endothel. Darüber liegt eine schützende, gelartige Schicht, die Glykokalyx. Sie funktioniert wie ein feiner, durchsichtiger Teppich, der den Blutstrom von der Gefäßwand trennt und den Stoffaustausch reguliert. Wenn diese Schicht intakt ist, gelangen schädliche Partikel kaum in die Wand. Wird die Glykokalyx beschädigt — etwa durch Bluthochdruck, Rauchen oder erhöhte Blutzuckerwerte —, wird die Gefäßwand durchlässig. Oxidiertes LDL kann eindringen, HDL kann nicht mehr effektiv abtransportieren und es entsteht ein Ungleichgewicht: Ablagerung statt Abtransport. Über Jahre bilden sich Plaques und Verkalkungen.

Folie mit Text und Grafik: Funktionelle Glykokalyx, oxidiertes LDL, Prä-HDL, ABCA1 und HDL-Pfeile Richtung Leber

Worin besteht die zentrale Idee der Hyaluronidase-Therapie?

Prof. Pfützner: Die Glykokalyx besteht größtenteils aus langkettiger Hyaluronsäure (High Molecular Weight Hyaluronan). Hyaluronidase ist ein Enzym, das diese Hyaluronschicht kurzzeitig abbaut. Paradoxerweise ermöglicht dieses kontrollierte Entfernen einen kompletten Neuaufbau mit anschließender funktioneller Regeneration. Stellen Sie sich vor, ein alter, rissiger Lack wird abgeschliffen und neu lackiert — danach ist die Oberfläche wieder dicht und funktionell. Bei einer intravenösen Infusion wirkt Hyaluronidase nur Minuten bis Stunden; anschließend baut der Körper die Glykokalyx innerhalb von Stunden bis zu einem Tag wieder neu auf.

Präsentationsfolie mit Text: Hyaluronidase ist ein Enzym, das seit über 70 Jahren in der Medizin bekannt ist

Wie läuft die Behandlung praktisch ab?

Prof. Pfützner: Die Therapie erfolgt als Infusion. In der Praxis legen wir eine Venenverweilkanüle und infundieren die Hyaluronidase für circa 30 bis 45 Minuten. Das ist die aktive Wirkzeit. Typisch sind Serien von insgesamt zehn Sitzungen, entweder täglich oder jeden zweiten Tag. Ziel ist, durch wiederholte, kontrollierte Remodulation die Reparaturmechanismen in der Gefäßwand wieder zu aktivieren.

Interviewaufnahme: Arzt erklärt mit offenen Händen den praktischen Ablauf einer Infusion

Welche klinischen Beobachtungen und Beispiele gibt es?

Prof. Pfützner: Wir sehen beeindruckende Bilder und Messungen: verbesserter Blutfluss in Herzkranzgefäßen, Rückbildung von Ischämiezonen im MRT und dramatische Heilung bei diabetischen Fußulzera. Ein Beispiel: Eine Patientin mit einem zwei Jahre bestehenden Ulkus und schlechter Durchblutung zeigte nach Behandlung eine Wiederherstellung der Arteriendurchgängigkeit und das Ulkus verheilte binnen Wochen. Bei einem Herzpatienten verschwand eine zuvor kritische Ischämiezone nach wenigen Monaten. Tierstudien (Kaninchenmodell) zeigen ebenfalls deutliche Reduktionen der Verkalkung nach Hyaluronidase-Gaben.

Deutlicher Vorher-Nachher-Vergleich einer Koronarangiographie 4 Monate nach Hyaluronidase

Ist die Therapie bereits zugelassen und wie sicher ist sie?

Prof. Pfützner: Für die Behandlung von Atherosklerose ist Hyaluronidase aktuell nicht pharmazeutisch zugelassen; die Anwendung erfolgt als individueller Heilversuch. Die Substanz selbst ist seit Jahrzehnten in verschiedensten Indikationen klinisch erprobt — etwa zur Beschleunigung lokaler Wirkstoffaufnahme oder zur Vermeidung von Gewebeschäden bei fehlgeleiteten Chemotherapie-Infusionen. Insgesamt ist das Sicherheitsprofil gut, allerdings gibt es wichtige Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen.

Welche Risiken müssen vor der Behandlung ausgeschlossen werden?

Prof. Pfützner: Wesentliche Risiken sind allergische Reaktionen — insbesondere bei tierischen Präparaten (in unserer Praxis meist bovines Protein). Deshalb führen wir Allergietests durch. Patienten mit bestehendem Thrombusrisiko, zum Beispiel unbehandelte Vorhofflimmern ohne Antikoagulation, sind kontraindiziert, da die Extrazellulärmatrix eines Thrombus ein Stützgerüst enthält. Akute schwere Infektionen, insbesondere virale Infekte wie COVID-19, sind ebenfalls Ausschlusskriterium, da eine vorübergehende Öffnung der Matrix theoretisch die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigen kann. Wir testen vor Therapieeintritt routinemäßig auf relevante Infektionen.

Wie hoch sind Kosten und wie sieht die Verfügbarkeit aus?

Prof. Pfützner: Aktuell ist das Medikament nicht breit verfügbar und wird oft über spezielle Apotheken bereitgestellt. Für die tierische Variante müssen Sie mit circa 4.000 bis 4.500 Euro rechnen für die medikamentösen Kosten der Serie. Humane rekombinante Hyaluronidase ist deutlich teurer; in den USA liegen Preise (je nach Produkt) deutlich höher und können im fünfstelligen Bereich liegen. Deshalb wird in vielen Praxen noch die tierische Variante eingesetzt — bei entsprechender Testung auf Allergien.

Für welche Patientinnen und Patienten ist das Verfahren besonders geeignet?

Prof. Pfützner: Besonders in Betracht kommen Patienten mit systemischer Atherosklerose, bei denen konventionelle Maßnahmen ausgeschöpft sind, oder Patienten, die nicht mehr operabel sind. Auch bei speziellen Konstellationen wie erhöhtem Lp(a), für die es kaum schulmedizinische Optionen gibt, könnte die Remodulation der Gefäßoberfläche eine echte Chance darstellen. Es ist wichtig zu betonen: Dies ist kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug, das die körpereigene Reparatur wieder in Gang setzen kann — ideal in Kombination mit zielgerichteten Maßnahmen wie Cholesterinsenkung und Lifestyle-Optimierung.

FAQ

Ist Hyaluronidase eine zugelassene Therapie gegen Atherosklerose?

Nein. Für Atherosklerose ist Hyaluronidase derzeit nicht pharmakologisch zugelassen. Anwendungen erfolgen als individueller Heilversuch. Klinische Studien sind notwendig, um Zulassung, Dosierung und Langzeitsicherheit zu belegen.

Wie schnell treten Verbesserungen ein?

Verbesserungen können bereits innerhalb weniger Wochen bis Monaten sichtbar werden — abhängig von Ausmaß und Lokalisation der Erkrankung. Einige Patienten zeigen eine rasche Zunahme der Gehstrecke bei pAVK, andere melden schrittweise Besserung über Monate.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Infusion selbst ist in der Regel gut verträglich. Eventuelle Unannehmlichkeiten sind ähnlich wie bei jeder intravenösen Infusion. Vorherige Untersuchungen und Tests minimieren das Nebenwirkungsrisiko.

Kann man nach der Therapie auf Cholesterinsenker verzichten?

Die Hyaluronidase-Therapie zielt auf Reparatur und Remodulation. Eine umfassende Beurteilung verbleibt individuell. In vielen Fällen bleibt die Kombination mit etablierten Maßnahmen sinnvoll, denn Cholesterinsenkung adressiert weiterhin einen wichtigen Risikofaktor.

Was Sie als Nächstes wissen und tun können

Wenn Sie betroffen sind oder Angehörige schützen möchten, lohnt ein Gespräch mit einem ärztlichen Team, das integrative Ansätze seriös bewertet. Fragen Sie konkret nach Allergietests, Nachweisen zu Nieren- und Leberfunktion, aktuellen Infektionen und dem Therapieplan (Infusionszeit, Anzahl Sitzungen). Diese Schritte geben Ihnen Transparenz und Sicherheit.

Die QS24-Mediengruppe bietet ergänzende Ressourcen: Auf QS24.tv und in wikiSana finden Sie vertiefende Beiträge, und die QS24 Sprechstunden bieten regelmäßige Experten-Events mit Live-Fragerunden. Melden Sie sich außerdem für den QS24-Newsletter an unter https://www.qs24.tv/newsletter/ für aktuelle Hinweise zu Terminen und neuen Veröffentlichungen.

Unsere Angebote und Engagement

Der QS24 Gesundheitskompass hat in seiner ersten Ausgabe bereits eine Verteilauflage von 140.000 Exemplaren erreicht. Die zweite Ausgabe erscheint im Januar 2026 und markiert einen weiteren Meilenstein: über 1.000.000 Exemplare, davon rund 580.000 direkt im D-A-CH-Raum verteilt. Damit erreicht QS24 eine große Leserschaft, die nach fundierten Einblicken in Gesundheit, Prävention und Ganzheitsmedizin sucht.

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Abschließende Worte

Die Idee, Atherosklerose nicht nur zu bremsen, sondern aktiv Reparaturprozesse im Gefäß wiederherzustellen, eröffnet neue Perspektiven. Hyaluronidase ist dabei kein Ersatz für bewährte Maßnahmen, sondern ein möglicher Baustein in einer integrativen Medizin, die Schulmedizin und ganzheitliche Ansätze verbindet wie eine Brücke. Wenn Sie Fragen haben oder eine persönliche Einschätzung möchten, nutzen Sie die QS24 Sprechstunden oder die Angebote der QS24 Academy.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Mit herzlicher Zuversicht und den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,

Ihr QS24-Team — in Dankbarkeit



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