Veröffentlicht 18/01/2026 in News von Alexander Glogg

Warum so viele Therapien scheitern – Interview mit Dr. med. Petra Wiechel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Expertin für biologische Medizin


Warum so viele Therapien scheitern – Interview mit Dr. med. Petra Wiechel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Expertin für biologische Medizin

In diesem ausführlichen Gespräch erklärt Dr. med. Petra Wiechel, wie Sucht, psychische Störungen und Multiple Sklerose (MS) häufig mehr brauchen als Standardtherapien. Sie zeigt, wie ein Brückenbau zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin helfen kann, Ursachen zu erkennen und nachhaltige Stabilität zu fördern. Plattformen im Zusammenhang mit diesem Beitrags sind: QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden und begleiten Sie als roter Faden durch Praxisideen, Diagnostik und konkrete Maßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Fallbeispiele, Grundprinzipien und ein ganzheitlicher Blick

Dr. Petra Wiechel frontal am Tisch im QS24-Studio, Blick zur Kamera; Sendebanner ‚Sucht, Psyche & MS‘ sichtbar.

Sie erhalten oft Anfragen von besorgten Eltern. Wie beginnen Sie mit einem jungen Menschen, der nach Substanzmissbrauch psychisch labil ist?

Der erste Schritt ist zu verstehen, dass ein Substanzkonsum viele Formen hat – von Alkohol und Medikamenten bis zu illegalen Drogen. Entscheidend ist: Der reine Entzug löst die zugrundeliegenden Probleme meist nicht. Es braucht eine umfassende Diagnostik, die den Menschen in seinem Umfeld, seine Stoffwechsellage und mögliche Belastungen erkennt. Nur so lassen sich Ursache und Wirkung auseinanderhalten und gezielt behandeln.

Welche medizinischen Bausteine sind bei der Nachsorge besonders wichtig?

Im Zentrum stehen Hirnnährstoffe, Entzündungsreduktion und neuroprotektive Maßnahmen. Kleine, aber wirkungsvolle Elemente sind:

  • Lithium (in Spurenspiegeln) – wirkt entzündungshemmend und neuroprotektiv.
  • Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA) – 3000 bis 4000 mg/Tag können Membranaufbau und Signalübertragung fördern.
  • Antioxidantien und Mikronährstoffe – Zink, Selen, Vitamin B6, Coenzym Q10 und Carnitin unterstützen Energie und Neurotransmission.
  • Lebensstil – gezielte Bewegung, gutes Schlafverhalten und kognitive Stimulation erhöhen den BDNF-Wert und fördern Neuroplastizität.
Dr. Petra Wiechel im QS24-Studio spricht über BDNF und Neuroplastizität vor warmem Hintergrund

BDNF, Neuroplastizität und praktische Empfehlungen – wie hängen diese zusammen?

Der Brain-Derived Neurotrophic Factor ist zentral für die Neubildung und den Schutz von Nervenzellen. Niedrige BDNF-Werte korrelieren mit Stimmungstiefs, Stress und Suchtverhalten. Sie können den BDNF positiv beeinflussen durch Bewegung (z. B. zügiges eine Stunde Gehen), ausreichend Regeneration, Omega-3-reiche Ernährung, Beeren und sekundäre Pflanzenstoffe sowie geistige Herausforderung wie neues Lernen.

Ärztin schaut in die Kamera im Studio, erklärt HPU-Tests und Diagnostische Schritte

Welche selteneren Stoffwechselstörungen prüfen Sie bei Betroffenen?

Eine oft übersehene Ursache ist die Kryptopyrrolurie (HPU). Bei dieser Störung werden Zink, Mangan und Vitamin B6 vermehrt ausgeschieden. Das kann Nervensystem und Stimmung massiv beeinträchtigen. Ein einfacher Urintest (auch 24-Stunden-Sammelurin) liefert Aufschluss; Labore bieten heute Telemedizin-Services an, mit Testsets und fachlicher Interpretation.

Dr. Petra Wiechel im QS24-Studio, deutlich und scharf, erklärt Genetik- und COMT-Tests vor einem warmen Hintergrund; Blumen-Arrangement im Vordergrund.

Genetik: Wie hilfreich sind Tests wie COMT in der Praxis?

Genetische Module wie COMT haben Aussagekraft über Dopaminabbau und damit über Stressanfälligkeit, Impulskontrolle und Stimmungslabilität. Ein COMT-Test kann erklären, warum jemand besonders ängstlich oder impulsiv reagiert oder warum ADHS-ähnliche Symptome auftreten. Dieses Wissen ermöglicht individuelle Interventionen: gezielte Mikronährstoffsubstitution, Lebensstilmodifikationen und gegebenenfalls medikamentöse Feinjustierung.

Expertin mit Blick zur Kamera vor warmem Studiohintergrund und Zimmerpflanze

Multiple Sklerose aus ganzheitlicher Sicht

Bei MS: Warum reichen oft Standardtherapien nicht aus?

MS ist ein komplexer Autoimmunprozess. Leitlinienorientierte Immunmodulation ist wichtig, aber oft symptomatisch. Um nachhaltig zu helfen, müssen Ursachen wie chronische Infektionen (z. B. Epstein-Barr, Borreliose), Entgiftungsdefizite, Darmgesundheit oder genetische Stoffwechselstörungen abgeklärt werden. Ein integrativer Begleiter sieht die Patientin als ganze Person und zieht Umweltmedizin, Mikrobiom-Analysen, orthomolekulare Strategien und, wo angezeigt, spezifische Therapieprotokolle wie Coimbra ergänzend in Betracht.

Was raten Sie in akuten seelischen Krisen bei MS-Patientinnen?

Erstversorgung hat oberste Priorität: Sicherheit, Schmerzmanagement und psychiatrische Stabilisierung. Danach folgt eine strukturierte ursachesuchende Diagnostik. Empathie, verlässliche Begleitung und ein interdisziplinäres Team sind essenziell, damit Lebensfreude und Handlungskompetenz zurückkehren.

Praktische Schritte für Angehörige und Betroffene

Welche konkreten Schritte können Angehörige jetzt tun?

Halten Sie den Kontakt, urteilen Sie nicht vorschnell und suchen Sie Fachleute, die ganzheitlich denken. Fragen Sie nach:

  • umfassender Stoffwechsel- und Infektionsdiagnostik
  • Laborchecks für Mikronährstoffe und HPU
  • genetischer Tests, etwa COMT
  • Therapeutenlisten für Mikroimmuntherapie, Umweltmedizin und orthomolekulare Versorgung

Gute Apotheken können Ihnen Hinweise geben, welche Ärzte im Umfeld einen integrativen Ansatz verfolgen.

Hoffnung, Verantwortung und Profession

Wie wichtig sind Empathie und professionelle Haltung in der Therapie?

Therapie ist Beziehungsarbeit. Empathie bedeutet, den Menschen zu fühlen und zu verstehen. Fachwissen allein genügt nicht; es braucht Begeisterung für Gesundheit und die Bereitschaft, gemeinsam Schritte zu gehen. Der Arzt ist Begleiter, doch die Betroffenen sind die wichtigsten Akteure – Sie entscheiden mit und tragen die Veränderung mit.

FAQ

Wie finde ich einen Laboranbieter für HPU-Tests?

Viele Labore bieten Telemedizin-Services an. Sie können Testsets anfordern, Urin einsenden und erhalten anschließend eine fachkundige Interpretation. Fragen Sie gezielt nach Kryptopyrrol-Tests oder 24-Stunden-Urintests.

Ist Lithium gefährlich als Spurensubstanz zur Neuroprotektion?

In niedrigen, sorgfältig überwachten Dosierungen kann Lithium neuroprotektiv wirken. Eine ärztliche Überwachung ist unabdingbar, vor allem hinsichtlich Nieren- und Schilddrüsenfunktion.

Welche Omega-3-Dosierung empfehlen Sie?

Für neuropsychiatrische Unterstützung werden oft 3000 bis 4000 mg DHA/EPA pro Tag genannt. Die Qualität des Präparats und die Balance von DHA zu EPA sind wichtig.

Kann Ernährung wirklich die MS beeinflussen?

Ernährung allein ist keine Heilung, aber sie moduliert Entzündungen, unterstützt Immunregulation und verbessert die Lebensqualität. Omega-3, Antioxidantien, Vitamin-D-Kofaktoren und eine darmfreundliche Kost spielen eine Rolle.

Ressourcen, Angebote und Engagement von QS24

Die QS24 Mediengruppe AG bietet ein umfassendes Netzwerk zur Unterstützung Ihrer Gesundheitsreise. Entdecken Sie wikiSana, die Online-Bibliothek für ganzheitliche Medizin, und nutzen Sie die Formate von QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden für vertiefte Informationen.

Wichtige Angebote:

  • QS24 Gesundheitskompass: Ausgabe 1 erreichte 140.000 verteilte Exemplare. Die zweite Ausgabe erscheint im Januar 2026 mit einer Auflage von über 1.000.000 Exemplaren, davon rund 580.000 im D-A-CH-Raum verteilt.
  • QS24 Academy: https://my.qs24.academy – Kurse mit Expertinnen und Experten, inklusive Zertifikaten.
  • Online-Zeitung & Gesundheitskompass-Plattform: https://qs24.run/online
  • QS24 App: Installieren Sie die App https://www.qs24.tv/qs24-app/ für alle Sendungen.
  • QS24 Sprechstunden: Interaktive Experten-Events mit Live-Fragerunden – mehr unter https://qs24.run/sprechstunden.
  • Newsletter: Bleiben Sie informiert und melden Sie sich an https://www.qs24.tv/newsletter/.

QS24 in Zahlen: Tagesreichweiten bis zu 600.000, über 400.000 Abonnenten auf YouTube, mehr als 6.500 Videos, ein Expertennetzwerk von über 700 Fachleuten und die Streaming-Datenbank wikiSana mit über 9.000 Sendungen. Nutzen Sie diese Ressourcen als Brücke zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin.

Abschluss und Dank

Dr. Wiechel betont: Krankheit ist oft ein Signal des Körpers, kein unabänderliches Schicksal. Mit Empathie, sorgfältiger Diagnostik und einem integrativen Behandlungskonzept lassen sich Wege zur Stabilität und Lebensfreude finden. Seien Sie mutig, neugierig und beharrlich – und suchen Sie sich ein Team, das Sie versteht.

Vielen Dank für Ihr Interesse. Mit herzlicher Zuversicht,

Ihr QS24-Team



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