Veröffentlicht 23/01/2026 in News von Alexander Glogg

Mehr Cholesterin, mehr Sorgen – Interview mit Dr. med. Simon Feldhaus, Internist und Cholesterinexperte


Mehr Cholesterin, mehr Sorgen – Interview mit Dr. med. Simon Feldhaus, Internist und Cholesterinexperte

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Cholesterin bleibt ein zentrales Thema in der Gesundheitsdebatte. In diesem Interview spricht Alexander Glogg mit Dr. med. Simon Feldhaus über Mythen, Leitlinien, neue Therapien und wie Sie als informierte Person mit widersprüchlichen Empfehlungen umgehen können. Dieses Gespräch verbindet klare Schulmedizin mit dem Blick zur Ganzheitsmedizin, eine Brücke, die sowohl Ursachen als auch Wirkungen verständlich macht. Der Beitrag ist eingebettet in das Netzwerk von QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden und richtet sich an alle, die fundierte Antworten suchen.

Interview

Herr Dr. Feldhaus, warum scheint Cholesterin immer wieder im Zentrum von Aufregung zu stehen?

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein im Körper. Es ist Bestandteil von Zellmembranen, Ausgangsstoff für Hormone und Gallensäuren sowie für die Vitamin-D-Synthese. Gleichzeitig wird Cholesterin in Zusammenhang mit Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Risiken gebracht. Diese Doppelrolle führt zu polarisierten Debatten: Einige möchten möglichst niedrige Werte erreichen, andere warnen vor Übertherapie.

Welche Aussagen sind besonders missverständlich, wenn es um LDL und Messmethoden geht?

Das LDL-Cholesterin gilt als wichtigster Risikofaktor für atherosklerotische Erkrankungen. Es gibt Diskussionen über Untertypen wie small dense LDL, die teils stärkeren Zusammenhang mit Risiko haben. Messmethoden sind technisch unterschiedlich; für die klinische Praxis zählt jedoch das Gesamtbild: Risikofaktoren, Vorerkrankungen, Alter und Begleiterkrankungen. Ein isoliertes Messergebnis erklärt selten alles.

Vier Teilnehmende in einer Studiorunde diskutieren sichtbar über Gesundheitsthemen

Sollten die empfohlenen Zielwerte für LDL für alle Menschen gleich sein?

Zielwerte sind Leitplanken, keine dogmatischen Gebote. Für Menschen mit hohem Risiko, etwa nach Herzinfarkt oder mit Diabetes, sind deutlich niedrigere LDL-Ziele sinnvoll. Für junge, gesunde Menschen ohne weitere Risiken ist eine individuellere Entscheidung angebracht. Richtlinien ändern sich, weil neue Studien vorliegen, doch die Therapieentscheidung sollte immer patientenzentriert sein.

Viele hören: Statine, Spritzen, RNA-Impfungen – was ist Stand der Wissenschaft?

Statine sind seit Jahrzehnten bewährt und reduzieren kardiovaskuläre Ereignisse. In den letzten Jahren kamen neue Substanzen hinzu: PCSK9-Inhibitoren und RNA- beziehungsweise siRNA-basierte Therapien wie inclisiran, die gezielt Proteine beeinflussen, welche den LDL-Stoffwechsel regeln. Diese Therapien bieten Vorteile bei Patienten, die auf klassische Medikamente nicht ausreichend ansprechen oder sie nicht vertragen. Die Begriffe werden oft vereinfacht dargestellt; es ist wichtig zu unterscheiden zwischen einer Impfung im klassischen Sinn und einer therapeutischen RNA- oder siRNA-Anwendung.

Seitenaufnahme eines sprechenden Experten mit erklärender Handgeste im Studio.

Was halten Sie von natürlichen Alternativen wie rotem Reis?

Roter Reis enthält Monacoline, die strukturell mit lovastatin verwandt sind. Das heißt: Wirkungen und Nebenwirkungen können ähnlich sein. Für einige Menschen kann roter Reis eine Option darstellen, doch die Qualität und die Dosierung variieren stark. Eine sichere Empfehlung setzt voraus, dass Wirkstoffgehalt und mögliche Wechselwirkungen bekannt sind. Sprechen Sie mit einer Fachperson, bevor Sie Supplements als Alternative zur verschreibungspflichtigen Therapie wählen.

Wie beurteilen Sie die Sorge vieler Menschen vor Übermedikalisierung?

Die Sorge ist berechtigt. Medizinische Entscheidungen sollten evidenzbasiert und individualisiert sein. Zugleich dürfen wir nicht aus Angst vor Medikalisierung den Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen vernachlässigen. Die Balance zwischen Prävention, Lebensstilinterventionen und medikamentöser Therapie ist die Brücke, die Schulmedizin und Ganzheitsmedizin verbinden kann.

Vier Experten sitzen im Studio, Dr. Feldhaus erläutert gestikulierend Empfehlungen zu Lebensstil und Therapie

Sie sprechen oft von Lebensstil als Basis. Was empfehlen Sie konkret?

Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Schlaf sind zentrale Stellschrauben. Eine mediterrane, pflanzenbetonte Ernährung reduziert Risikofaktoren. Körperliche Aktivität verbessert das Lipidprofil und die Gefäßgesundheit. Zudem ist es wichtig, individuelle Risiken zu erfassen und gemeinsam mit der behandelnden Fachperson einen Plan zu entwickeln, der zu Ihrem Leben passt.

Wie geht man mit widersprüchlichen Expertinnen und Experten um?

Orientieren Sie sich an Transparenz: Welche Studiengrundlage wird zitiert? Wer finanziert die Forschung? Gute Medizin zeichnet sich durch nachvollziehbare Evidenz und die Offenlegung von Interessenkonflikten aus. Fragen Sie nach Alternativen, nach Nebenwirkungen, nach dem erwarteten Nutzen in Ihrem individuellen Fall.

Interviewpartner gestikuliert im Studio während einer Diskussion über Cholesterin und neue Therapien

Gibt es technische oder gesellschaftliche Trends, die Sie als relevant sehen?

Ja. Die Entwicklung personalisierter Therapien, längere Wirkdauer neuer RNA- oder siRNA-Ansätze und eine stärkere Vernetzung von Digitalmedizin verändern die Versorgung. Gleichzeitig entsteht eine öffentliche Debatte über Prävention, Massenmedikation und Medikationsdaten. Die Herausforderung besteht darin, Fortschritt verantwortungsvoll und patientenorientiert einzusetzen.

Praktische Empfehlung zum Abschluss des Interviews

Vertrauen Sie Fachpersonen, die Ihnen zuhören, Ihre Risikofaktoren erklären und gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Plan entwickeln. Hinterfragen Sie vereinfachte Botschaften. Cholesterin ist kein Feind an sich, sondern ein Marker, der im richtigen Kontext interpretiert werden muss.

FAQ

Muss jeder Mensch mit erhöhtem LDL sofort Statine nehmen?

Nicht automatisch. Die Entscheidung hängt vom individuellen Risiko, Vorerkrankungen und Lebensstil ab. Bei hohem Risiko sind Statine häufig indiziert; bei niedrigem Risiko kann zunächst auf Lebensstilmaßnahmen gesetzt werden. Eine fachliche Abklärung ist entscheidend.

Ist roter Reis eine sichere Alternative zu Statinen?

Roter Reis enthält monacolinähnliche Substanzen; er kann cholesterinsenkend wirken, aber Wirkstoffgehalt und Qualität schwanken. Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind ähnlich wie bei Statinen. Konsultieren Sie eine Fachperson, bevor Sie wechseln.

Was ist mit den neuen RNA- oder siRNA-Therapien gemeint?

Es handelt sich um moderne Wirkprinzipien, die gezielt Proteine beeinflussen, welche den Cholesterinstoffwechsel steuern. Beispiele sind siRNA-Medikamente, die PCSK9 reduzieren. Diese Verfahren ermöglichen oft längere Wirkdauern und niedrigere Einnahmefrequenzen.

Wie wichtig ist der Lebensstil im Vergleich zur medikamentösen Therapie?

Lebensstil ist die Basis jeder Prävention und Therapie. Medikamente ergänzen und verstärken den Schutz, wenn Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen oder bei hohem Risiko. Beide Ansätze harmonisieren am besten.

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Abschließende Worte

Vertrauen und klare Informationen sind der Schlüssel zu guten Gesundheitsentscheidungen. Cholesterin ist ein komplexes Thema, das nüchterne Abwägung und persönliche Beratung verlangt. QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden bieten Ihnen dafür verlässliche Brücken zwischen Forschung und Alltag. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Verantwortung für Ihre Gesundheit.

Mit herzlichen Grüßen und Dankbarkeit,
Alexander Glogg



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