Veröffentlicht 22/02/2026 in Erfahrungsmedizin von Alexander Glogg

Hashimoto, Ursachen & Wege aus dem Kreislauf – Interview mit Johannes Weiß


Hashimoto, Ursachen & Wege aus dem Kreislauf – Interview mit Johannes Weiß

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto sind heute weit verbreitet und verlangen einen Blick über die Grenzen zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin hinaus. In diesem Gespräch erklärt Johannes Weiß, Gründer des Longevity Center Vienna, auf pragmische und zugleich empathische Weise, wie Stress, Darm, Infektionen und Umweltfaktoren das Immunsystem destabilisieren können und welche Hebel Sie konkret ansetzen können.

Interview

Frau Wurlitzer: Johannes, wie haben Sie persönlich erlebt, dass Hashimoto Ihr Leben beeinflusst hat — und wie sind Sie damit umgegangen?

Johannes Weiß berichtet, dass die Diagnose vor etwa zehn Jahren kam, als er Anfang zwanzig war. Die klassischen Zeichen waren Energiemangel, kalte Extremitäten und ein Absinken der Schilddrüsenfunktion. Anstatt die Diagnose als unabänderlich hinzunehmen, wurde sie zum Auslöser, die tieferen Ursachen zu suchen: Ursachenmedizin statt reines Diagnosedenken. Eine konsequente Ernährungsumstellung (allen voran langfristiger Glutenverzicht und Verzicht auf konventionelle Kuhmilchprodukte), gezielte Nährstoffversorgung und die Untersuchung von toxischen und infektiösen Auslösern waren Schlüssel seiner Gesundung.

Interviewaufnahme des Experten mit Einblendung der Namenszeile und Berufsbezeichnung, klare Bildqualität

Moderatorin: Welche Symptome deuten auf Hashimoto hin — worauf sollte man besonders achten?

Typische Symptome sind reduzierte Energie, andauernde Müdigkeit, kalte Hände und Füße, verlangsamter Stoffwechsel mit Gewichtszunahme sowie Verdauungsprobleme. Die Schilddrüse steuert den Stoffwechsel ähnlich einem "Finanzminister" des Körpers: Wenn T3 fehlt, arbeiten die Mitochondrien langsamer und Wärmeproduktion und Energie sinken. Viele Betroffene erleben aber nur unspezifische Zeichen, daher ist die Dunkelziffer hoch.

Mann im Interview mit deutlicher Handgestik, schaut zum Moderator, Tisch mit Wasser glas und Dekoration

Moderatorin: Sie sagen Ursachen statt Diagnosen — was meinen Sie damit konkret?

Ein Antikörper gegen ein Organ ist immer eine Folge komplexer Störungen: chronische Infektionen (zum Beispiel Epstein-Barr-Virus), Belastungen durch Schwermetalle oder andere Umwelttoxine, Darmprobleme wie Leaky Gut sowie persistenter Stress und Nervensystem-Dysregulation. Statt nur ein Etikett zu vergeben, geht es darum, die Trigger zu identifizieren und Schritt für Schritt zu neutralisieren.

Moderatorin: Welchen Stellenwert hat der Kiefer bei Hashimoto‑Fällen?

Der Kiefer ist häufig ein unterschätzter Auslöser. Wurzelbehandelte Zähne, Amalgamfüllungen oder chronische Störfelder können immunologische Belastungen verursachen. Toxine aus toten Zähnen (Thioethan, Mercaptan) und Metalle erreichen über Blut- und Lymphwege benachbarte Strukturen wie die Schilddrüse. Aus Johannes Weiß’ Erfahrung ist eine zahnmedizinische Prüfung bei 80–90 Prozent der Betroffenen sinnvoll.

Johannes Weiß zeigt mit den Fingern auf seinen Hals/Brustbereich und erklärt den Zusammenhang zu Schilddrüse und Kiefer

Moderatorin: Wie gehen Sie systematisch vor, wenn Patientinnen und Patienten zu Ihnen kommen?

Die Reihenfolge ist entscheidend und individuell: Zuerst eine umfassende Labordiagnostik und eine Ursachendiagnostik (zum Beispiel kinesiologisch) zur Priorisierung. Danach werden chronische Infektionen (Parasiten, Bakterien, Viren) und Schadstoffe geprüft. Parallel ist der Darm zu behandeln, um die Darmbarriere zu schließen und das Mikrobiom zu stabilisieren. Ernährung, Mikronährstoffe und Nervensystem‑Regulation folgen. Nur so entsteht ein tragfähiges Fundament für Heilung.

Interviewaufnahme: sprechender Experte mit sichtbarer Infotafel/Lower‑Third und klaren Handgesten

Moderatorin: Welche konkreten Lifestyle‑ und Nährstoffempfehlungen geben Sie Betroffenen?

Grundlegende Maßnahmen sind:

  • Schlafoptimierung: Regelmäßige Schlafzeit, Abendroutine, Blaulichtreduktion, WLAN nachts ausschalten.
  • Ernährung: Eliminationsphase (kein Gluten, keine konventionellen Milchprodukte, keine stark verarbeiteten Lebensmittel).
  • Mikronährstoffe: Selen (Natriumselenit), Vitamin D, Zink, B‑Vitamine, Omega‑3‑Fettsäuren. Die richtige Dosierung sollte ärztlich begleitet werden.
  • Stress‑ und Nervensystemarbeit: Psychoneuroimmunologische Methoden, familienstemische Arbeit, Coaching — weil unbewusste Konflikte dauerhaft das Immunsystem triggern können.
  • Infektionen und Entgiftung: Epstein‑Barr‑Therapien, gezielte Entgiftungsprotokolle bei Schwermetallen (z. B. Bindemittel wie Chlorella bei Bedarf).

Außerdem empfiehlt er bei einer bestehenden Unterfunktion nicht dogmatisch auf Schilddrüsenhormone zu verzichten. Für viele Patientinnen und Patienten funktionieren Kombinationen von T4 und T3 oder natürliche Extrakte besser als nur T4.

Interviewgast mit offener Handgestik erklärt psychoneuroimmunologische Zusammenhänge

Moderatorin: Welche Rolle spielen Emotionen und frühe Erfahrungen?

Johannes Weiß betont die Bedeutung der Psychoneuroimmunologie: Selbst scheinbar banale oder längst abgestellte Kindheitserinnerungen können als persistenter Stressor wirken. Diese systemischen Konflikte liegen oft im Unterbewusstsein und aktivieren das Nervensystem dauerhaft, was wiederum das Immunsystem chronisch reizt. Therapieformen wie Familienaufstellungen oder systemische Arbeit können hier erstaunliche Effekte erzielen.

Moderatorin: Was ist Ihr wichtigster Rat für Menschen mit Hashimoto?

Geduld, Priorisierung und Kontinuität. Heilung ist häufig ein Prozess aus vielen kleinen Schritten. Jeder Schritt verändert etwas und kann der fehlende Baustein sein. Eine individuelle Ursachenforschung, vernünftige Labordiagnostik und eine therapeutische Begleitung, die Körper, Darm, Umwelt und Nervensystem berücksichtigt, sind essenziell.

Interviewgast am Tisch im Gespräch mit Moderatorin, Studioaufnahme mit Tisch, Glas und Blüten

Kurze Praxisinformationen

Das Longevity Center Vienna arbeitet interdisziplinär mit einem Team aus Fachärzten und Therapeuten. Sie finden weitere Informationen unter longevity-wien.at. Für Menschen, die eine Anlaufstelle suchen, empfiehlt Johannes Weiß eine Kombination aus fundierter Labordiagnostik und ursachenorientierter Begleitung.

Wichtigste Takeaways

  • Hashimoto ist selten ein singuläres Problem. Meist ist es das Endprodukt multifaktorieller Störungen.
  • Ursachenforschung statt reines Symptombehandeln öffnet nachhaltige Wege.
  • Darm, Infektionen, Umwelttoxine, Kiefergesundheit und nervliche Dysregulation sind häufige Schlüsselbereiche.
  • Lebensstilmaßnahmen wie Schlaf, Ernährung und gezielte Mikronährstofftherapie sind praktische, wirksame Hebel.
  • Geduld und strukturierte Priorisierung sind zentral. Kleine Schritte addieren sich zu großer Veränderung.

FAQ

Was sind die ersten Tests, die ich machen lassen sollte?

Eine umfassende Schilddrüsenanalyse (TSH, freies T4, freies T3, Anti‑TPO, Anti‑TG), Basisblutwerte, Vitamin D, Selen, Zink, B‑Vitamine sowie spezifische Infektionsdiagnostiken (z. B. EBV) und ein Darmprofil je nach Symptomatik. Parallel empfiehlt sich eine ursachenorientierte Diagnostik, etwa kinesiologisch oder funktionell.

Sollte ich sofort Schilddrüsenhormone nehmen?

Wenn eine manifeste Unterfunktion vorliegt und Sie Symptome haben, ist eine hormonelle Substitution sinnvoll. Die Wahl des Präparates (T4 allein versus Kombination T4/T3 oder natürliche Schilddrüsenextrakte) ist individuell und sollte in ärztlicher Absprache getroffen werden. Prinzipiell ist es kein Zeichen von Schwäche, hormonell auszugleichen.

Hilft Glutenverzicht wirklich bei Hashimoto?

Viele Betroffene berichten von Verbesserungen nach einer längeren Eliminationsphase von Gluten. Gluten kann für Menschen mit Autoimmunproblemen ein starker Trigger sein. Eine testweise Eliminierung über längere Zeit ist häufig sinnvoll.

Welche Rolle spielt die Zahnmedizin konkret?

Chronische Entzündungen im Kiefer, wurzelbehandelte Zähne und Amalgamreste können immunologische Belastungen darstellen. Eine Untersuchung durch einen biologisch orientierten Zahnarzt ist oft ein wichtiger Schritt zur Reduktion von Triggern.

Weiterführende Angebote und Kontakte

Wenn Sie vertieft arbeiten möchten: Die QS24‑Plattform und wikiSana bieten umfangreiche, ganzheitsmedizinische Inhalte. Besuchen Sie QS24.tv, wikiSana und die QS24 Sprechstunden für interaktive Experten‑Events: https://qs24.run/sprechstunden. Die QS24 Academy stellt kompakte Kurse mit Zertifikaten bereit: https://my.qs24.academy.

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Abschluss

Hashimoto ist kein unabänderliches Schicksal. Mit Sorgfalt, Priorisierung und Geduld lässt sich oft eine deutlich verbesserte Lebensqualität erreichen. Gehen Sie Schritt für Schritt, suchen Sie fundierte Begleitung und bleiben Sie offen für Ursachenforschung statt reinem Symptombehandelns. QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden stehen als Ressourcen bereit — für Information, Austausch und Weiterbildung.

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen. Bleiben Sie achtsam und liebevoll zu sich selbst.

Mit warmen Grüßen und viel Zuversicht,
Ihr QS24‑Team



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Alexander Glogg

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