Veröffentlicht 27/02/2026 in Erfahrungsmedizin von Alexander Glogg

Chronische Entzündungen: Von der Emotion zur Entzündung – Interview mit David Overbeck


Chronische Entzündungen: Von der Emotion zur Entzündung – Interview mit David Overbeck

In diesem Gespräch erklärt David Overbeck seine Sicht auf chronische Entzündungen und wie emotionale Erlebnisse den Körper prägen. Die Kernidee: Probleme beginnen oft tief auf Zellebene. Dieser Beitrag verknüpft die Einsichten mit praktischen Tests und einem Trainingsansatz für Zellen.

Inhaltsverzeichnis

Kurzüberblick: Weshalb die Zelle zählt

David Overbeck führt ein neues Denkmodell ein: Entzündung ist nicht primär ein Ortproblem, sondern ein Signal dafür, dass Zellen ihre automatisierten Regelaufgaben nicht mehr korrekt ausführen. Die Aufgabe ist nicht, Symptome zu bekämpfen, sondern die regulierende Zusammenarbeit der Zellen wiederherzustellen. Das eröffnet Brücken zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin.

Zwei Gesprächspartner sitzen am Tisch im Studio, Blick auf beide

Das Interview — Fragen und Antworten

Herr Overbeck, was ist die zentrale Idee hinter Ihrem Ansatz zu chronischen Entzündungen?

David Overbeck erklärt, dass alle Körperfunktionen automatisiert ablaufen. Wenn ein Bereich chronisch entzündet ist, fehlt dort die Fähigkeit zur Selbstregulation. Statt nur Symptome zu behandeln, richtet sein Ansatz den Blick auf die Zellen, die sich vom Normalzustand entfernt haben. Je länger ein Bereich „nicht richtig mitarbeitet“, desto größer die Auswirkungen auf den gesamten Organismus.

Wie lässt sich das bildlich erklären? Können Sie ein Beispiel geben?

Er zieht die Heizungsthermostat-Metapher: Wenn ein Raum zu warm ist, bringt dauerhaft ein kühlendes Tuch auf der Heizung nichts. Man fragt zuerst: Liegt es am Thermostat oder an der Heizung im Keller? Bei einer Entzündung ist ähnlich: Man muss tiefer nach der Ursache suchen, nicht nur „kühlen“.

Welche Rolle spielen Emotionen und seelische Erlebnisse?

Emotionen sind eng mit Organfunktionen verknüpft. Wenn ein Organ, zum Beispiel die Leber, nicht richtig arbeitet, ändert sich auch das Befinden: Anfälligkeit für Ärger oder innere Unruhe steigt. Das Denken allein ist selten die Ursache; vielmehr hängt das emotionale Erleben oft von automatisierten Abläufen im Körper ab. Umgekehrt kann eine körperliche Dysfunktion das Erleben verstärken.

Mann im Interview mit Brille und rotem Pullover, gestikulierend gegenüber einer Frau im blauen Pullover

Warum „versagen“ Zellen? Und kann man diese Fähigkeit wieder wecken?

Zellen „verlernen“ nicht grundsätzlich; sie verlieren über Zeit die effiziente Zusammenarbeit, weil Reparatur- und Energieprozesse zu langsam werden. Der Körper hat starke Regenerationsmechanismen (Beispiel: Hautzellen erneuern sich alle rund 28 Tage, Knochenbausteine im Schnitt über Jahre). Ziel ist, den Zellen einen Impuls zu geben, damit sie wieder zusammenarbeiten — ähnlich wie beim „Wiederauftrainieren“ einer Bewegung, die lange nicht geübt wurde.

Wie erkennen Sie, wo das Trainingsdefizit liegt?

Overbeck beschreibt drei Zellsysteme: Organsystem, Muskelsystem und Nervensystem. Er verwendet einfache Tests, um das Organsystem zu prüfen — ein Beispiel ist der Atem-Anhalte-Test: Organe benötigen Sauerstoff; wenn die Sauerstoffzufuhr reduziert wird, reagiert das schwächste Organ am stärksten. Solche Tests zeigen, wo Trainingspotenzial besteht.

Der Atemtest — was verrät er genau?

Die Zeit, wie lange jemand die Luft anhalten kann, gibt einen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des Organsystems. Ein Richtwert: über eine Minute gilt als gutes Leistungsniveau; etwa 1:30 ist ein Normalwert für sehr fitte Personen. Darüber hinaus beobachtet man nach dem Test Veränderungen im passiven Bewegungsbild, weil Muskeln sekundär vom Organsystem abhängen.

Wenn ein Bereich Energie braucht: Wie entsteht daraus eine Entzündung?

Wenn Organe weniger Energie liefern, versuchen Muskeln und Sehnen lokal durch Anhebung des Stoffwechsels Wärme und Säuren zu erzeugen. Diese lokalen Stoffwechselprodukte können nicht schnell genug abtransportiert werden. Die so entstehenden Parameter — Wärme, Schwellung, Schmerz — werden in der Medizin als Entzündung klassifiziert. Tatsächlich ist dies oft ein Kompensationsversuch.

David Overbeck erklärt das Konzept des Zellreaktiv Trainings und formt mit beiden Händen eine offene Gestik der Kooperation.

Was ist das Zellreaktiv Training und wie wirkt es?

Das Zellreaktiv Training ist ein testbasiertes Trainingssystem, das gezielt das Organsystem, Nervensystem oder Muskelsystem stärkt. Zunächst wird geprüft, welches System unterlastet ist. Dann werden wiederholende, systematische Impulse eingesetzt, damit die betreffenden Zellen ihre automatisierten Funktionen wieder übernehmen. Das Prinzip folgt dem einfachen Gesetz: probieren geht über studieren — viele Übungs- und Testzyklen führten in Versuchen mit tausenden Menschen und Tieren zu messbaren Verbesserungen.

Gibt es praktische Hinweise, die Leserinnen und Leser sofort umsetzen können?

Einige Vorschläge aus dem Gespräch:

  • Beobachten: Ist ein Bereich ständig „überhitzt“ oder schmerzt immer wieder? Dann sprechen Sie mit Fachleuten, die systemisch testen.
  • Einfacher Selbsttest: Atem anhalten und die Zeit messen. Unter einer Minute weist oft auf Trainingsbedarf im Organsystem hin.
  • Trainingsansatz: Konzepte wie Atemtraining, gezielte Belastungswiederholungen, moderate Fasten-Impulse oder Kältetraining können Teil eines Reaktivierungsplans sein — immer in Absprache mit Experten.

Die Brücke: Schulmedizin ↔ Ganzheitsmedizin

Der Ansatz wirkt als Brücke. Die Schulmedizin liefert präzise Diagnosen und Interventionen; die Ganzheitsmedizin erweitert den Blick auf Systeme und Zellkooperation. Beide Perspektiven ergänzen sich und führen zu einem ganzheitlicheren Therapieansatz.

Praxisbeispiel in einem Satz

Statt nur Schmerz zu betäuben, fragt das Zellverständnis: Welches System liefert zu wenig Energie, und wie kann ich dieses System gezielt trainieren, damit Zellen wieder normal zusammenarbeiten?

FAQ

Ist chronische Entzündung immer Folge von seelischem Stress?

Nicht zwingend. Emotionale Erlebnisse können Organfunktionen beeinflussen, aber oft ist die Ursache in automatisierten Zellprozessen zu finden. Stress kann verschlimmern, aber selten allein auslösen; meist ist es eine Kombination aus biologischen und psychosozialen Faktoren.

Kann ich den Atem-Anhalte-Test zu Hause gefahrlos machen?

Ja, wenn Sie keine bekannten Herz- oder Lungenerkrankungen haben. Halten Sie die Luft nur so lange, wie es angenehm ist. Als grobe Orientierung gilt: unter einer Minute kann Trainingsbedarf anzeigen. Suchen Sie bei Unsicherheit ärztlichen Rat.

Was genau ist das Zellreaktiv Training?

Ein testbasiertes Trainingssystem, das gezielte Impulse für Organe, Nerven oder Muskeln einsetzt, damit Zellen ihre automatisierten Funktionen wieder aufnehmen. Es wird durch ausgebildete Cell-Reaktiv-Trainer angewendet.

Wo kann ich mehr lernen oder professionelle Unterstützung finden?

Auf Plattformen von QS24 finden Sie umfangreiche Informationen und Fortbildungen. Die QS24 Academy bietet Kurse und Zertifikate: https://my.qs24.academy. Informationen zu interaktiven Veranstaltungen finden Sie unter: https://qs24.run/sprechstunden. Die QS24 APP ist verfügbar unter: https://www.qs24.tv/qs24-app/.

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Moderatorin lächelnd und gestikulierend im Studio, Nahaufnahme

Abschließende Gedanken

Die Einladung ist, Denkmodelle zu hinterfragen und die Ursache-Wirkung-Perspektive neu zu stellen. Wenn Sie chronische Beschwerden haben, lohnt es sich, nicht nur an Symptomen zu arbeiten, sondern die Zusammenarbeit Ihrer Zellen zu prüfen und gezielt zu trainieren. Diese Sichtweise eröffnet neue therapeutische Brücken zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bleiben Sie neugierig, kraftvoll und in guter Gesundheit.

Mit dankbarer Wertschätzung,

Ihr QS24-Team



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Alexander Glogg

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